Durchfall bei Säuglingen

Magen-Darm-Infektionen kommen bei Säuglingen und Kleinkindern häufig vor.Als Durchfall, Diarrhoe, wird das vermehrte Absetzen (mehr als drei Mal pro Tag) eines ungeformten bis flüssigen Stuhls bezeichnet. Der Stuhl kann mit Schleim, Eiter oder Blut versetzt sein. Begleitende Symptome können u. a. Erbrechen, Appetitlosigkeit und Fieber sein. Beginnt der Durchfall plötzlich und dauert er nicht länger als 14 Tage spricht man von akuter Diarrhoe. Ursache ist meist eine Infektion mit z. B. Viren oder Bakterien. Chronischer Durchfall hält länger als 14 Tage an und hat meist andere Ursachen.

Durchfall und Erbrechen belasten Säuglinge und Kleinkinder so schwer, dass Eltern und Kinderärzte tagelang gefordert sein können und manchmal ein Klinikaufenthalt erforderlich ist, um schwere Folgen abzuwenden. Denn unbehandelt kann der Flüssigkeitsverlust zu starker Austrocknung (Dehydratation) und Elektrolytverlust (Verlust von Natrium, Kalium, Magnesium, Kalzium, Sulfat, Phosphat, Chlorid) führen, den der kleine Körper nicht ausgleichen kann. Der Gewichtsverlust kann bis zu fünf Prozent und mehr betragen, was zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann! Es können Krämpfe und sogar Nierenversagen auftreten. Um schlimme Folgen zu vermeiden, ist oftmals eine Einweisung in die Klinik erforderlich. Daher sollte schnell gehandelt und ein Kinderarzt kontaktiert werden. Zur Behebung des Flüssigkeitsverlustes sollte viel Flüssigkeit, am besten in vielen kleinen Portionen, zugeführt werden. Geeignet sind Mineralwasser, Kräutertee und spezielle Elektrolytlösungen. Nach Beruhigung der Durchfallssymptome kann dem Kind leichte Kost (z.B. gekochte Haferflocken, geriebene Äpfel, pürierte Bananen oder eine klare Suppe) verabreicht werden.

Bei Säuglingen und kleinen Kindern sind die häufigsten Erreger von Durchfallerkrankungen Rotaviren, bei Erwachsenen spielen Noroviren eine große Rolle. Weitere Erreger, die für Durchfallerkrankungen verantwortlich sein können, sind Adenoviren, Salmonellen und Escherichia coli. Ein möglicher Schutz des Säuglings gegen Infektionen durch von der Mutter auf das Kind übertragene Antikörper (z. B. über die Muttermilch)– der sogenannte Nestschutz –ist nur eine Starthilfe, bis das Kind seine eigene Immunabwehr aufgebaut hat. Er verliert sich in den ersten 4 -6 Lebensmonaten..

Die beste Vorbeugung bei durch Rotaviren verursachtem Brechdurchfall ist daher die Rotavirus-Schluckimpfung. Gegen die anderen Durchfallerreger gibt es keine Impfung.

Mehr Informationen zu Durchfallerkrankungen finden Sie auf den Seiten des Deutschen Grünen Kreuzes.